Wie Sie als Führungskraft politisch sicher ins Jahresende kommen

Wie Sie als Führungskraft politisch sicher ins Jahresende kommen
Photo by Alexander Grey / Unsplash

Die letzten Wochen des Jahres sind politisch hochsensibel. Budgetverhandlungen, Zielvereinbarungen, Beförderungen – während andere von Weihnachtsfeiern sprechen, wird in Organisationen Macht neu verteilt. Wer das ignoriert, verliert.


Das Jahresende ist nicht nur eine Zeit der Bilanzen und Feiern. Es ist die Phase, in der Organisationen politisch neu sortiert werden.

Während viele Führungskräfte erschöpft auf die Feiertage zusteuern, laufen im Hintergrund die entscheidenden Prozesse:

  • Budgetverhandlungen für das kommende Jahr
  • Beförderungsentscheidungen werden getroffen
  • Zielvereinbarungen definieren, wer nächstes Jahr Ressourcen bekommt
  • Informelle Allianzen formieren sich für Q1

Wer jetzt nicht aufpasst, startet das neue Jahr mit geschwächter Position.


Die drei größten politischen Fehler im Jahresendgeschäft

Fehler 1: Sie schalten zu früh ab

Viele Führungskräfte sind erschöpft und sehnen sich nach der Pause. Verständlich – aber gefährlich.

Die Realität:

  • Während Sie mental bereits im Urlaub sind, verhandeln andere
  • Budgets werden verteilt, Projekte priorisiert, Positionen vergeben
  • Wer nicht am Tisch sitzt, verliert

Was stattdessen zu tun ist: Bleiben Sie bis zum letzten Tag politisch wach. Das bedeutet nicht, mehr zu arbeiten – sondern strategisch präsent zu sein.


Fehler 2: Sie unterschätzen die Dynamik von Jahresendbewertungen

In den meisten Organisationen werden jetzt Leistungen bewertet, Rankings erstellt, Boni verhandelt.

Das Problem: Diese Bewertungen sind nie rein fachlich. Sie sind politisch.

Die Fragen, die gestellt werden:

  • Wer hat sich dieses Jahr als wertvoll erwiesen?
  • Wer sollte gefördert werden – wer nicht?
  • Wessen Projekte bekommen Budget?

Ihre Aufgabe: Stellen Sie sicher, dass Ihre Erfolge sichtbar sind – bei den richtigen Personen. Nicht durch Prahlerei, sondern durch strategische Positionierung.


Fehler 3: Sie ignorieren die Verschiebungen, die jetzt stattfinden

Das Jahresende ist die Zeit, in der sich Machtachsen verschieben:

  • Reorganisationen werden verkündet
  • Neue Rollen werden geschaffen
  • Budgets werden umverteilt
  • Allianzen formieren sich neu

Was das bedeutet: Die Machtverhältnisse, mit denen Sie ins neue Jahr starten, werden jetzt definiert.

Ihre Aufgabe: Verstehen Sie, welche Verschiebungen stattfinden – und positionieren Sie sich rechtzeitig.


Wie Sie politisch sicher ins neue Jahr kommen

1. Machen Sie eine politische Bestandsaufnahme

Beantworten Sie diese Fragen:

Ihre Position:

  • Wo stehe ich politisch im Vergleich zu Anfang des Jahres?
  • Hat sich meine Position gestärkt – oder geschwächt?
  • Welche Projekte habe ich durchgesetzt – welche sind gescheitert?

Ihre Allianzen:

  • Wer hat mich dieses Jahr unterstützt?
  • Welche Allianzen sind stärker geworden – welche schwächer?
  • Wo habe ich neue Gegenspieler?

Ihre Agenda für Q1:

  • Was muss ich im Januar durchsetzen?
  • Welche Stakeholder brauche ich dafür?
  • Wo drohen Blockaden?

2. Sichern Sie Ihre Erfolge ab

Ihre Erfolge sind nur dann wertvoll, wenn die richtigen Personen davon wissen.

Was zu tun ist:

Vor Jahresende:

  • Sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten über Ihre Erfolge (nicht prahlerisch – faktisch)
  • Stellen Sie sicher, dass wichtige Stakeholder Ihre Leistung kennen
  • Dokumentieren Sie, was Sie erreicht haben (für Jahresgespräche)

Wichtig: Dies ist keine Selbstbeweihräucherung. Es ist strategische Positionierung. Wenn Sie es nicht tun, tut es ein anderer – und der erntet die Früchte.


3. Bereiten Sie Ihre Q1-Agenda vor

Das neue Jahr startet nicht im Januar – es wird jetzt vorbereitet.

Was Sie jetzt tun sollten:

Klären Sie:

  • Welche Projekte starten Sie in Q1?
  • Welche Budgets brauchen Sie?
  • Welche Stakeholder müssen Sie gewinnen?

Sichern Sie ab:

  • Sprechen Sie informelle Vorabsprachen mit Schlüssel-Stakeholdern
  • Bauen Sie Unterstützung auf, bevor das Projekt offiziell startet
  • Vermeiden Sie, dass Ihr Projekt direkt zu Jahresbeginn blockiert wird

4. Vermeiden Sie politische Fehler in der Hektik

Die letzten Wochen des Jahres sind hektisch. Genau deshalb passieren politische Fehler.

Typische Fehler:

  • Unbedachte Aussagen in Weihnachtsfeiern (Alkohol + Politik = gefährlich)
  • Konflikte eskalieren, weil alle gestresst sind
  • Wichtige E-Mails werden im Stress falsch formuliert

Was zu tun ist:

  • Bleiben Sie ruhig, auch wenn andere gereizt sind
  • Sprechen Sie politisch sensible Themen nicht im Stress an
  • Überlegen Sie zweimal, bevor Sie auf eine provokante E-Mail antworten

Die Macht des strategischen Rückzugs

Nicht jede Schlacht muss dieses Jahr noch geschlagen werden.

Manchmal ist der klügste Move:

  • Ein Konflikt ins neue Jahr zu verschieben
  • Eine Entscheidung zu verzögern
  • Eine Eskalation zu vermeiden

Warum?

  • Sie starten im Januar mit frischer Energie
  • Die politische Konstellation kann sich verändert haben
  • Sie haben mehr Zeit, Allianzen aufzubauen

Strategie ist nicht immer Angriff – manchmal ist es kluger Rückzug.


Was Sie in den nächsten zwei Wochen tun sollten

Woche 1: Bestandsaufnahme

  • Politische Position analysieren
  • Allianzen bewerten
  • Erfolge dokumentieren

Woche 2: Absicherung

  • Erfolge bei relevanten Stakeholdern platzieren
  • Q1-Agenda vorbereiten
  • Potenzielle Blockaden identifizieren

Dann: Pause

Wenn Sie diese Hausaufgaben gemacht haben, können Sie beruhigt in die Pause gehen.

Sie wissen:

  • Ihre Position ist gesichert
  • Ihre Erfolge sind sichtbar
  • Ihre Agenda ist vorbereitet

Und Sie starten im Januar nicht reaktiv – sondern strategisch.


Die zentrale Frage

Starten Sie im Januar in einer stärkeren oder schwächeren Position als jetzt?

Das entscheiden Sie in den nächsten zwei Wochen.


Brauchen Sie Unterstützung?

Wenn Sie merken, dass Ihre politische Position gefährdet ist oder Sie unsicher sind, wie Sie sich für das neue Jahr aufstellen sollen:

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Wir klären, ob und wie ich Sie unterstützen kann.

Das Jahresende ist keine Zeit für Zögern.


Markus Krahnke
Executive Sparring Partner für politische Führung
OFFICEPOLITICS®

markuskrahnke.de